Warum ich weniger erkläre und mehr zeige
Es gab eine Zeit, da habe ich versucht, meine Bilder zu erklären.
Orte zu benennen. Zusammenhänge herzustellen. Informationen mitzuliefern.
Nicht aus Unsicherheit –
sondern aus dem Wunsch, verstanden zu werden.
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass genau das den Bildern etwas nimmt.
Bilder brauchen keinen Begleittext
Ein Bild wirkt nicht, weil man weiß, wo es entstanden ist.
Und auch nicht, weil man erfährt, was dort zu sehen ist.
Ein Bild wirkt, wenn es Raum bekommt.
Raum für den eigenen Blick.
Für eigene Erinnerungen.
Für das, was sich nicht sofort sagen lässt.
Wahrnehmung ist keine Erklärung
Draußen unterwegs zu sein – beim Wandern, beim Gehen, beim Stehenbleiben –
hat meinen Blick verändert.
Ich nehme heute langsamer wahr.
Nicht, weil ich muss, sondern weil ich will.
Diese Art des Sehens lässt sich schlecht beschreiben.
Man kann sie nur zeigen.
Weniger Text heißt nicht weniger Inhalt
Wenn ich Texte reduziere, dann nicht, um bedeutungsvoll zu wirken.
Sondern um nichts vorzugeben.
Ein kurzer Satz kann reichen.
Manchmal auch nur ein Titel.
Oder gar nichts.
Nicht alles, was gedacht wird, muss formuliert werden.
Nicht alles, was gesehen wird, braucht Erklärung.
Inspiration entsteht im Dazwischen
Mich interessiert weniger das Spektakuläre.
Mehr das Unauffällige.
Übergänge.
Licht, das sich verändert.
Strukturen, die man erst beim zweiten Blick bemerkt.
Diese Dinge verlieren ihre Wirkung, wenn man sie einordnet oder bewertet.
Sie brauchen Stille.
Ein offener Raum
Diese Blog-Kategorie heißt Inspiration & Wahrnehmung,
weil sie kein Thema im klassischen Sinn hat.
Hier geht es nicht um Orte, Technik oder Ergebnisse.
Sondern um den Blick selbst.
Alles, was hier entsteht, darf fragmentarisch sein.
Unvollständig.
Offen.
Diese Seite ist kein Abschluss.
Sie ist ein Ausgangspunkt.

