Ein Wort, das sich verändert hat
Früher war Sport für mich etwas, das man bewusst betrieb.
Training. Belastung. Ein klarer Anfang, ein klares Ende.
Gehen gehörte dazu, aber eher am Rand.
Als Mittel zum Zweck. Als Weg zum Ziel.
Heute hat sich dieses Wort verschoben.
Gehen ist kein Ausgleich mehr.
Kein Ersatz.
Kein Pflichtprogramm.
Gehen ist mein Herzsport geworden.
Der Wendepunkt
Nach einem Infarkt verändert sich nicht nur der Blick auf den Körper.
Es verändert sich auch der Blick auf das, was man ihm zumuten will.
Plötzlich geht es nicht mehr darum,
ob etwas noch möglich ist.
Sondern darum, ob es sinnvoll ist.
Ich habe gelernt, genauer hinzuhören.
Nicht auf Zahlen oder Vorgaben,
sondern auf das, was sich im Gehen zeigt.
Der Atem.
Der Rhythmus.
Die Ruhe zwischen den Schritten.
Bewegung ohne Druck
Gehen hat für mich etwas Befreiendes bekommen.
Es kennt keine Steigerung.
Keinen Wettkampf.
Keine Erwartung.
Ich gehe los.
Und ich gehe weiter.
In meinem Tempo.
Dabei spielt es keine Rolle,
ob der Weg lang oder kurz ist.
Ob er steil ist oder eben.
Entscheidend ist, dass Bewegung stattfindet.
Nicht gegen den Körper.
Sondern mit ihm.
Viele der Wege, auf denen ich heute unterwegs bin,
finden sich in der Kategorie
Wandern und Wege wieder.
Nicht als Herausforderungen,
sondern als Räume für Bewegung.
Herzsport heißt Aufmerksamkeit
Gehen ist für mich kein Training im klassischen Sinn.
Es ist eine Form von Aufmerksamkeit.
Ich spüre schneller,
wenn der Rhythmus nicht passt.
Ich merke früher,
wenn eine Pause gut tut.
Das betrifft besonders Passagen,
die mehr Konzentration verlangen.
Stufen.
Treppen.
Schmale Abschnitte.
Solche Situationen haben mich gelehrt,
wie wichtig Aufmerksamkeit ist.
Genau darum kreisen viele Gedanken auch in
Trittsicherheit und Praxis.
Nicht aus Angst,
sondern aus Verantwortung.
Regelmäßigkeit statt Leistung
Herzsport bedeutet für mich heute vor allem eines.
Regelmäßigkeit.
Nicht jeden Tag weiter.
Nicht immer höher.
Sondern immer wieder.
Gehen lässt sich in den Alltag integrieren.
Es fordert keine Vorbereitung.
Keinen Ehrgeiz.
Keine Rechtfertigung.
Man kann es abbrechen.
Man kann es verlängern.
Man kann umdrehen.
Diese Freiheit ist vielleicht das größte Geschenk,
das mir das Gehen gemacht hat.
Warum ich diesen Begriff verwende
Wenn ich sage,
Gehen ist mein Herzsport,
dann meine ich das nicht medizinisch.
Ich meine es als Haltung.
Es beschreibt eine Form von Bewegung,
die sich dem Leben anpasst.
Nicht umgekehrt.
Wer sich darin wiederfindet,
wird vieles von dem,
was ich in der Kategorie
Wandern-60plus beschreibe,
aus eigener Erfahrung kennen.
Es geht nicht um Einschränkung.
Es geht um Klarheit.
Dieser Beitrag gehört zur Kategorie wandern-60plus.
Hier geht es um Erfahrung, Veränderung und das Unterwegssein mit den Jahren,
nicht um Strecken oder Ausrüstung.
