Wahrnehmung entsteht nicht aus Bewegung.
Sie entsteht aus dem Moment davor.
Aus dem Augenblick, in dem man innehält,
ohne einen Grund zu brauchen.
Beim Wandern zeigt sich das besonders deutlich.
Nicht dort, wo der Weg spektakulär ist,
sondern dort, wo er unscheinbar wird.
Ein Wechsel im Licht.
Eine Struktur im Fels.
Der Klang der Schritte auf unterschiedlichem Untergrund.
Man sieht mehr,
wenn man nicht sucht.
Mit den Jahren verändert sich dieser Blick.
Nicht, weil man erfahrener wird,
sondern weil man weniger erwartet.
Früher wollte ich festhalten,
was mir begegnet.
Heute lasse ich zu,
dass es wirkt.
Die Landschaft muss nichts leisten.
Sie ist da.
Wahrnehmung bedeutet für mich inzwischen,
dem Weg Zeit zu geben,
bevor ich ihm Bedeutung gebe.
Das Bild entsteht später.
Manchmal gar nicht.
Und das ist in Ordnung.

