Lohmener Klamm im Liebethaler Grund – ein leiser Beginn an der Lochmühlbrücke

Es war keine große Tour.
Keine ausgesetzte Passage, kein fordernder Anstieg.

Nur ein Weg entlang der Wesenitz im Liebethaler Grund.
Feuchte Luft, kahle Bäume, ruhiges Wasser.

Die Felsen rücken hier näher zusammen.
Nicht dramatisch wie im Elbsandstein weiter südlich –
aber spürbar.

Die Wesenitz zieht sich zwischen ihnen hindurch,
mal ruhig, mal schneller,
immer begleitet vom Geräusch des Wassers.

Die Lochmühlbrücke wirkt unscheinbar.
Ein Bogen aus Stein über dunklem Wasser.
Kein Aussichtspunkt. Kein Ziel.
Eher ein Übergang.

Von der Straße in die Stille.
Vom Winter in Bewegung.

Im Liebethaler Grund ist noch vieles karg.
Das Laub liegt nass am Boden,
die Mauern der alten Mühle tragen Spuren von Zeit.
Moos in den Fugen.
Fenster ohne Scheiben.
Ein Ort, der nichts erklären will.

Das Licht fällt schräg durch die Bäume.
Manchmal bricht es durch wie ein schmaler Strahl
und legt sich über das Wasser.
Dann wirkt selbst der einfache Weg besonders.

Die Lohmener Klamm fordert nicht.
Sie begleitet.

Die Stufen am Ufer,
der schmale Pfad,
die alten Steinmauern –
alles erinnert daran,
dass Wandern nicht immer Weite braucht.

Manchmal genügt Nähe.

Die Runde war wenig anspruchsvoll.
Mehr Auftakt als Ziel.
Ein erster Schritt ins neue Wanderjahr.


Vielleicht beginnt es genau so richtig.
Ohne Ehrgeiz.
Ohne Gipfel.
Nur mit Aufmerksamkeit.