Es gibt Wege, die nichts erzählen.
Keine Aussicht. Kein Ziel, das sich ankündigt.
Und gerade dort beginnt etwas anderes.
Der Schritt wird leiser.
Nicht langsamer –
aber weniger fordernd.
Man hört den eigenen Atem.
Den Rhythmus der Bewegung.
Das leise Knirschen unter den Sohlen.
Was wie Stille wirkt, ist oft eine Pause.
Und Pausen beim Wandern sind mehr als Erholung.
Sie verändern Wahrnehmung, Tempo und Sicherheit.
Warum Pausen beim Wandern wichtig sind
Wer ohne Unterbrechung geht, verliert mit der Zeit Aufmerksamkeit.
Die Schritte werden ungenauer.
Der Blick wird enger.
Gerade im Mittelgebirge – auf Stufen, feuchtem Sandstein oder schmalen Wegen – steigt damit das Risiko für Fehltritte.
Eine bewusste Pause:
- entlastet Muskulatur und Kreislauf
- schärft den Blick
- bringt den Atem zurück in einen ruhigen Rhythmus
- erhöht die Trittsicherheit
Pausen sind kein Zeichen von Schwäche.
Sie sind Teil einer klugen Wegplanung.
Pausen im Älterwerden
Mit zunehmendem Alter verändert sich nicht nur die Kondition.
Auch Regeneration und Konzentrationsfähigkeit reagieren sensibler.
Ich merke selbst:
Wenn ich rechtzeitig eine Pause einlege, gehe ich danach stabiler.
Nicht schneller – aber sicherer.
Wandern 60plus bedeutet nicht, weniger zu können.
Es bedeutet, bewusster mit Energie umzugehen.
Wie lange sollte eine Pause dauern?
Es braucht keine langen Unterbrechungen.
Oft reichen:
- zwei bis fünf Minuten bewusstes Stehen oder Sitzen
- ein ruhiger Blick in die Landschaft
- ein paar tiefe Atemzüge
Wichtiger als die Dauer ist der Zeitpunkt.
Eine Pause vor einem steilen Abschnitt ist klüger als eine danach.
Wenn der Weg still wird
In solchen Momenten entsteht keine Erkenntnis,
kein Gedanke, den man festhalten müsste.
Es entsteht Präsenz.
Man geht weiter –
aber innerlich bleibt man einen Moment stehen.
Vielleicht ist das der eigentliche Wert des Wanderns.
Nicht das Ankommen.
Nicht das Bild.
Sondern der Zustand dazwischen.
Wenn der Weg still wird
und man selbst es auch wird.
Gedanken & Austausch
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