Nicht jeder Weg lässt sich lesen, bevor man ihn geht.
Manche zeigen sich erst Schritt für Schritt.
Unruhiger Untergrund.
Wechselnde Tritte.
Kein gleichmäßiger Rhythmus.
Solche Wege fordern Geduld.
Nicht, weil sie schwierig sind,
sondern weil sie Aufmerksamkeit verlangen.
Wenn der Weg kein Tempo erlaubt
Der Blick geht nach unten.
Der Körper arbeitet mit.
Der Schritt wird kürzer.
Man geht nicht schneller,
wenn man sich beeilt.
Im Gegenteil.
Gerade auf losem Geröll, feuchtem Sandstein oder schmalen Passagen entscheidet nicht Kraft, sondern Bewusstsein. Trittsicherheit entsteht nicht durch Tempo, sondern durch Wahrnehmung.
Wie sich diese Aufmerksamkeit mit zunehmendem Alter verändert, habe ich ausführlicher beschrieben in
Trittsicherheit beim Wandern im Alter – meine Erfahrung
Balance statt Dominanz
Mit den Jahren habe ich gelernt,
dass es auf diesen Wegen nicht um Tempo geht,
sondern um Balance.
Der Fuß sucht Halt.
Der Körper gleicht aus.
Der Kopf wird ruhig.
Man passt sich an,
statt zu dominieren.
Vielleicht ist genau das eine der stillen Veränderungen beim Wandern 60plus. Früher wollte ich Strecke machen. Heute möchte ich sicher gehen. Meine Gedanken dazu findest du auch hier:
Wandern 60plus – Klarheit durch bewusste Schritte
Aufmerksamkeit verändert den Kopf
Ein Weg, der Geduld verlangt, führt selten geradeaus.
Aber er führt sicher.
Unruhiger Untergrund zwingt zur Präsenz.
Der nächste Schritt zählt mehr als der nächste Kilometer.
Und genau darin liegt eine Form von Klarheit.
Wer langsamer wird, verliert nicht an Stärke. Oft gewinnt er an Stabilität. Darüber habe ich hier geschrieben:
Langsamer werden beim Wandern – Erfahrung statt Rückschritt
Am Ende ist man nicht nur angekommen.
Man ist gesammelt.
Gedanken & Austausch
Vielleicht hast du ähnliche Erfahrungen unterwegs gemacht. Wenn du deine Gedanken oder Eindrücke teilen möchtest, freue ich mich über Austausch hier:

