Es gibt Orte, die man besucht.
Und es gibt Orte, die einem begegnen.
Der Lilienstein gehört für mich zur zweiten Kategorie.
Schon beim ersten Anstieg spürt man, dass dieser Tafelberg mehr ist als ein Aussichtspunkt in der Sächsischen Schweiz. Der Weg führt nicht spektakulär nach oben. Keine dramatischen Felsdurchbrüche, kein alpiner Nervenkitzel. Und doch entsteht Schritt für Schritt eine stille Erwartung.
Vielleicht liegt es an seiner freistehenden Form.
Vielleicht an der Weite, die sich oben öffnet.
Vielleicht auch daran, dass man hier nicht nur in die Landschaft blickt – sondern in sich selbst.

